Und wieder kam ein Embargobrecher durch! Dieses Drama ist bis heute nicht auf Deutsch erschienen. Es behandelt die Gerichtsverhandlung von Gott, „as it was held on February 25, 1649, in Shamgorod“. Natürlich erhält es seine Bedeutung vor dem Hintergrund der Shoah. Es ist ein Strang jüdischer Ethik, die auf die Shoah reagiert: Es ist eine literarische Verarbeitung der Frage, wie Gott solche unglaublichen Verbrechen zulassen konnte, während sich für andere, wie etwa für George Steiner, diese Frage nicht mehr stellt, da die Shoah ihnen Beweis dafür ist, dass es keinen Gott geben kann. Vor diesen beiden Alternativen steht man heutzutage, wenn man nach Gott fragt. Ich bin mir nicht sicher, ob die Antwort, dass das Böse auf der Welt in der menschlichen Freiheit begründet sei, heute noch so ohne weiteres gegeben werden kann. Das ist eine christlich-theologische Position, die, wenn ich mich recht erinnere,  Augustinus um 400 nach Christus formulierte.

Foto: Wolfgang Schnier

Wie dem auch sei. Der Blockadebrecher hat 7,50 Euro gekostet, kam im kostenlosen Versand aus Großbritannien und hat leicht angestoßene Ecken.

Geschrieben von Wolfgang Schnier

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5 Kommentare

  1. Embargobrecher – heikle Angelegenheiten, anrüchige Helden in bücherdunklen Zeiten! Eine schöne Rubrik. Ich leide derzeit auch an einem Embargo. Die Wunschlisten werden länger und länger und immer unrealistischer. Aber es hilft nichts: Durch das selbstauferlegte Dürretal muss ich hindurch.

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