Von dem Prinzip Hoffnung von einst ist nicht mehr viel übrig geblieben. Es hat sich sozusagen naturalisiert. Es lässt sich heutzutage ungefähr so beschreiben: Geblieben ist die Hoffnung, man möge doch im Lotto gewinnen, obwohl man überhaupt nicht spielt. Trotzdem macht man sich berechtigte Hoffnung auf einen Gewinn. Und wenn man dann tatsächlich doch irgendwie das große Los gezogen hat, mit 60 oder 65 Jahren, dann wolle man endlich mit dem Leben beginnen.

Das ganze Glück im Leben wird auf eine sehr ungewisse Zukunft projiziert, die kaum erreichbar ist. Dieses Glück ist eindimensional definiert und dient eher der Abschreckung vor der erlebten Realität als einem Streben auf ein Ziel zu. Damit hat das neue Prinzip Hoffnung quasireligiöse Züge.

Foto: Due to recent budget cuts, the light at the end of the tunnel has been turned off.
Bild: Due to recent budget cuts, the light at the end of the tunnel has been turned off (Foto: Wolfgang Schnier)

Geschrieben von Wolfgang Schnier

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