Mittlerweile weiß man, dass die Menschen heutzutage als Kunde geduzt werden, weil man damit den infantilen Konsumenten anspricht, den der Markt haben will. Der Hütchenspielertrick dabei ist es, einen juristisch bindenden Kaufvertrag aussehen zu lassen, als wäre es eine Verabredung unter Freunden. Diese Praxis kollidiert mit dem Ideal des kritischen und informierten Bürgers, der kenntnisreich dem Tagesgeschehen folgen soll. Da Behörden oftmals bereits dazu übergegangen sind, zumindest auch intern von ‚Kunden‘ zu sprechen, wenn von einem Bürger ein Verwaltungsvorgang angestoßen wurde, werden die Grenzen zusehends verwischt. Die Verwaltung übernimmt das Bewusstsein der Ökonomie und kastriert bereits gedanklich den Bürger um das Bürgerliche.

Die Kunst besteht darin, sich weder von der eigenen Rolle in diesen Systemen noch von der Freundlichkeit der anderen für dumm verkaufen zu lassen.

Foto:   Du darfst mir das ruhig abkaufen
Bild: Du solltest mir das ruhig abkaufen (Foto: Wolfgang Schnier)

 

Geschrieben von Wolfgang Schnier

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