Jakob, der biblische Jakob, der Stammvater der 12 Stämme Israels, er lebte vermutlich im 18. Jahrhundert vor Christus, also zeitlich beinahe so weit weg von der Zeitenwende wie wir heute, vernahm in seinen Jugendjahren sicherlich die Berichte von der großen Flut, die Reisende mit den Geschichten des legendären Königs der Stadt Uruk zu ihm brachten. So kam diese Episode des Gilgamesch-Epos als Sintflutgeschichte in die Bibel. Dabei waren die Abschriften, die den Bibelschreibern als Vorlage dienten, bereits über tausend Jahre alt. Ihnen mussten die Texte in der Keilschrift genauso leicht oder schwer verständlich gewesen sein wie für uns heute die Berichte über Karl den Großen.

Das alte Ägyptische Reich umfasste eine Zeitspanne von über 3000 Jahren. Die durch Schriftzeugnisse gesicherte Geschichte beginnt mit den Kleinkönigen in Ober- und Unterägypten im späten 4. Jahrtausend vor Christus. Etwa um 3150 vor Christus wurde das Reich geeint und die dynastische Zeit begann. Die ersten Könige Ägyptens waren zeitlich von den letzten Königen vor der Zeit der Diadochen weiter entfernt als wir heute von dem Beginn unserer Zeitrechnung. Über diesen Zeitraum war die Gesellschaft, Religion und die Kultur gleichbleibend und stabil, homogen und bildete im Großen und Ganzen eine Einheit.

Der Peloponnesische Krieg war ein Krieg zwischen Athen und Sparta, der beinahe dreißig Jahre lang ausgetragen wurde, von 431 bis 404 vor Christus. Er erschien Thukydides, dem ersten Historiker, der nicht bloß Chronist oder Geschichtenschreiber war, als  „die gewaltigste Erschütterung für den größten Teil der Menschheit.“ Selbst spätere Kriege, die allesamt das Angesicht der Erde verändern sollten, brachten die Zeitgenossen kaum zu einem ähnlichen Urteil. Thukydides musste sein Urteil gegen den Trojanischen Krieg abwägen, die Homerischen Epen waren gedanklicher Bezugspunkt der Griechen seit jeher gewesen. Man schätzt, dass der Trojanische Krieg etwa um 1200 vor Christus stattfand. Das ist ein Bezugsrahmen von 800 Jahren. Unser Bezugspunkt wären demnach die Kreuzzüge, deren Beginn gemeinhin mit dem Jahre 1095 angesetzt wird.

Foto:   Ein zeitloses Motiv
Bild: Ein zeitloses Motiv  (Foto: Wolfgang Schnier)

Geschrieben von Wolfgang Schnier

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