Unser Leben ähnelt einem großen Kinderzimmer. Da ist am Anfang nicht viel drin, aber umso wichtiger ist das wenige, das sich darin befindet. Und schon früh fällt es schwer, das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen. Je länger man lebt, desto mehr Dinge, desto mehr Erinnerungen sammeln sich darin an. Man kann manches in die Ecke legen, manches vor anderes stellen. Man kann die Dinge an die Decke hängen, damit sie aus den Füßen sind. Man muss nur aufpassen, dass man sich an ihnen nicht den Kopf stößt, wenn man größer wird. Und es kommen im Laufe der Zeit immer mehr Dinge ins Leben und in das Kinderzimmer hinzu, und es wird immer wichtiger, wie man beides organisiert. Mal ist das eine wichtiger, mal das andere. Manche Dinge sind unscheinbar, andere strahlen ein Leben lang wie die Deckenleuchte auf uns herab. Viele Dinge verlegen wir, auf manchen rutschen wir aus, und über manche freuen wir uns, wenn wir sie wieder finden. Über manche Dinge stolpern wir jeden Tag, auf andere müssen wir erst wieder gestoßen werden. So ist das, wie im richtigen Leben.

Foto:  Ein Kinderzimmer unter vielen
Bild: Ein Kinderzimmer unter vielen (Foto: Wolfgang Schnier)

Geschrieben von Wolfgang Schnier

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