Als ich mit dem Bloggen angefangen habe, dachte ich nicht viel über Soziale Netzwerke nach. Privat nutze ich höchstens Google+ seit einigen Jahren, aber es war von Anfang an klar, dass sich dafür kaum jemand begeistern lassen würde. Mittlerweile ist G+ zu dem ungeliebten Kind von Google geworden und das Netzwerk so gut wie tot. Google wird es wohl noch mitschleifen, da sie es brauchen, da man so ein Nutzerprofil durch die verschiedenen Google-Dienste hat. Aber es ist nicht intuitiv bedienbar, kompliziert in den Details und Google lud es mit jeder Menge negativer Karma auf (ungefähr so wie es Microsoft mit Windows 10 gemacht hat). Nun, G+ nutze ich höchstens noch unregelmäßig.

Auf Twitter bin ich nun schon einige Jahre, allerdings erst seit zwei oder drei Jahren (oder so) aktiv. Ich muss sagen, es macht Spaß, aber nur, wenn man den richtigen Leuten folgt. Informationen gibt es dort zuhauf, und die Gefahr besteht immer, dass man etwas übersieht. Mittlerweile bin ich dort auch immer mehr mit einer persönlichen Note präsent, und reine Marketingaccounts mag ich nicht; wenn Leute fünf Mal hintereinander den gleichen Link, das gleiche Bild, den gleichen Content tweeten, nur weil sie denken, sie würden damit niemanden nerven, sondern mehr Leute erreichen, dann entfolge ich ihnen für gewöhnlich.

Seit einigen Tagen habe ich auch ein Profil bei Facebook. Ich hatte mich lange Zeit dagegen entschieden, und eigentlich dachte ich, wenn ich jetzt noch nicht auf Facebook aktiv bin, brauche ich es auch in Zukunft nicht. Und so sehe ich es einfach mal als einen Versuch an mit offenem Ausgang. Vielleicht macht es mir ja Spaß, denn auch bei Twitter war ich am Anfang sehr skeptisch.

Wer mich also hüben wie drüben finden mag, der ist herzlich eingeladen einmal vorbei zu schauen. Ich freue mich schon!

Wenn man so wie ich die Entwicklung von Web 1.0 zu Web 2.0 verfolgt hat, von den ersten AOL-Chats Anfang der 90er Jahre über die Hochzeit der Internetforen bis hin zu den gated communities heute, dann schaut man meist etwas wehleidig drein. Im Prinzip ist es ein fortschreitender Prozess der Monetarisierung und Kommerzialisierung und wichtige Prinzipien des Internets, wie es ganz bewusst angelegt wurde, sind im Laufe der Zeit ausgehebelt worden. Ich möchte das nicht weiter ausführen an dieser Stelle (dafür lohnt sich ein eigener Beitrag), aber ich muss darauf hinweisen, denn es gehört einfach dazu (und vielleicht fühlt sich der ein oder andere ebenfalls daran erinnert).

Facebook
Foto: Wolfgang Schnier

Und so fällt mir der Wahlspruch Bismarcks dazu ein: fert unda, nec regitur. Die Welle trägt, aber sie wird nicht regiert. Egal was ihr macht im Internet, in den social networks: Benutzt sie, und lasst euch nicht benutzen!

Wolfgang Schnier auf Twitter
Wolfgang Schnier auf Facebook

Geschrieben von Wolfgang Schnier

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