Wenn ich mir abends den verflossenen Tag ansehe und auf dem Papier darüber nachdenke, dann erscheint mir oft das Leben wie ein Mangelzustand: Wir haben unzureichendes Wissen um die Welt und was hinter dem Vorhang liegt; wir haben unzureichende finanzielle Mittel, um in dieser Welt sorgenfrei leben zu können und über ersteres nachzudenken; wir haben zu wenige Freunde und Bekannte, mit denen wir beides vertrauensvoll bereden könnten in den Momenten, wenn uns beides nahe tritt; und schließlich fehlt uns der Gleichmut, um mit all dem umzugehen, sodass es uns nicht Stunden täglich davon abhielte, ersterem lesend zu begegnen. Der melancholische Trost liegt darin, diesem Zustande ins Gesicht zu blicken: conditio humana der Überflussgesellschaft.

Foto: Eine Idylle im Augenblick ihres Sturzes
Bild: Eine Idylle im Augenblick ihres Sturzes (Foto: Wolfgang Schnier)

Geschrieben von Wolfgang Schnier

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